Psychiatrische Rehabilitation

Psychische und funktionelle Störungen bewirken ein zunehmendes gesellschaftliches Problem und betreffen eine immer größer werdende Anzahl von Menschen. Nicht nur das persönliche Leid der Betroffenen, sondern auch chronisch eingeschränkte Leistungsfähigkeit, die zu einem Verlust des Arbeitsplatzes führen kann, erfordern wirkungsvolle Unterstützungs- und Behandlungsmaßnahmen.

Rehabilitation allgemein

 

Der Begriff "Rehabilitation" bezieht sich auf einen Prozess, der darauf abzielt, dass Menschen ihr optimales physisches, sensorisches, intellektuelles, psychisches und/oder soziales Funktionsniveau wiedererlangen und aufrecht erhalten, ihnen weden also Hilfestellungen zur Änderung ihres Lebens in Richtung eines höheren Niveaus der Unabhängigkeit gegeben. Der Rehabilitationsprozess umfasst ein weites Spektrum von elementaren und allgemeinen rehabilitativen Maßnahmen und Handlungen bis hin zu spezifischen, individuell zielorientierten Vorgehensweisen.

Rehabilitation bei psychischen und funktionellen Störungen

 

Psychiatrische Rehabilitation stellt innerhalb der sozialpsychiatrischen Versorgungskette ein Behandlungsangebot dar, das zur Verbesserung von Selbstwert, Funktionsfähigkeit, Selbstzufriedenheit und damit zu einer insgesamt verbesserten Lebensqualität führen soll.

Es steht außer Frage, dass eine befriedigende Berufstätigkeit positive Auswirkungen auf das psychische Befinden hat. Die wissenschaftlich erwiesene wechselseitige Beeinflussung von psychischem Befinden und beruflicher Leistungsfähigkeit steht daher im Zentrum psychiatrischer Rehabilitation. Aber auch dann, wenn eine Wiederaufnahme der Berufstätigkeit schwierig oder gar unmöglich scheint, kann eine Verbesserung der funktionalen Gesundheit und ein befriedigendes Leben in Familie und Gemeinschaft ein sinnvolles Ziel der psychiatrischen Rehabilitation sein.

Rehabilitationsziele

 

Ziele der psychiatrischen Rehabilitation sind die Erarbeitung bestmöglicher physischer, psychischer und sozialer Bedingungen, damit PatientInnen aus eigener Kraft ihren gewohnten Platz in der Gesellschaft bewahren oder wieder einnehmen, und durch verbesserte Lebensgewohnheiten das Fortschreiten der Erkrankung begrenzen oder umkehren können.

Dies erfordert die Anwendung von komplexen Maßnahmen auf medizinischen, pädagogischen, beruflichen und sozialen Sektoren und die Verzahnung insbesondere der ärztlichen, pflegerischen, physiotherapeutischen, ergotherapeutischen, diätetischen und psychotherapeutischen Versorgung unter Einschluss von Hilfen zur Bewältigung der Krankheitsfolgen, und zur Verhaltensänderung mit dem Ziel des Abbaus von negativ wirkenden Kontextfaktoren.